52. Spielzeit | 2018/2019
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Das aktuelle Theaterstück
Euro-Studio Landgraf Titisee-Neustadt
Heilig Abend
Schauspiel von Daniel Kehlmann (geb. 1975)
 
Inszenierung: Jakob Fedler
Ausstattung: Dorien Thomsen
mit Jacqueline Macaulay, Wanja Mues
 
Uraufführung im Theater in der Josefstadt Wien am 02. Februar 2017
Tourneepremiere in der Aula der Halepaghen-Schule Buxtehude am 05. Dezember 2018

»Man muss dieses kleine Requiem auf unsere liberalen Denk- und Lebensgewohnheiten schon auch als das nehmen, was es ist: ein tadelloses Stück (...). Man kann sich aber auch von den zahlreichen Feinheiten des Dialogs prächtig amüsieren lassen.«
Ronald Pohl in »Der Standard« am 03.02.2017

Es ist der 24. Dezember, halb elf Uhr abends. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: Nur genau 90 Minuten hat er Zeit, der Verhörspezialist Thomas, um von einer Frau namens Judith zu erfahren, ob sie tatsächlich, wie er vermutet, um Mitternacht einen mit ihrem Ex-Mann Peter gemeinsam geplanten terroristischen Anschlag verüben will. Thomas setzt alles daran, Judith aus der Reserve zu locken. Doch da hat er mit ihr, die sich mit dem französischen Psychiater, Politiker und Autor Frantz Fanon und seinen Thesen über die Rechte Unterdrückter auseinandergesetzt hat, kein leichtes Spiel. Im Gegenteil: Sie beginnt ihr Gegenüber mit gezielten Fragen aus dem Konzept zu bringen. In Kehlmanns politisch brennend aktuellem, eine diffuse Beunruhigung auslösendem »Heilig Abend« gibt es in nicht einer einzigen Minute das im Titel suggerierte besinnliche Friedensfest.


Daniel Kehlmann zu seinen Motiven, »Heilig Abend« zu schreiben: »Seit meiner Kindheit habe ich ›High Noon‹ geliebt, und zwar nicht so sehr wegen Gary Cooper oder der Revolverduelle, ja nicht einmal wegen Grace Kelly, sondern wegen der Uhr. (...) Man weiß, dass zur Mittagsstunde die Mörder kommen werden (...). ›High Noon‹ ist einer der wenigen perfekten Filme – nicht zuletzt weil er in Echtzeit stattfindet, weil in ihm die erzählte Zeit und die Zeit, in der der Film selbst vergeht, auf die Sekunde identisch sind. So etwas wollte ich auch machen, immer schon. Das war der eine Antrieb zu ›Heilig Abend‹: die Idee von einer Uhr an der Wand, deren Zeiger sich auf den entscheidenden Moment zu bewegen, offen und groß, im Blickfeld der Bühnenfiguren wie des Publikums. Der andere Antrieb war meine Verblüffung über die Dinge, die Edward Snowden aufgedeckt hatte: das Ausmaß der staatlichen Überwachung in der elektronischen Welt, die Willkür der Geheimdienste, die Möglichkeit der Polizei, unsere Leben in einem Ausmaß zu beobachten, wie wir es uns früher nicht hätten vorstellen können. Also schrieb ich zum ersten Mal etwas im weitesten Sinn Aktuelles, ein Stück, das auf die Ereignisse in den Schlagzeilen reagieren sollte – wenn auch auf eine verschobene, gewissermaßen spiegelverkehrte Art. Aber wichtiger noch: Ich wollte die Reduktion auf die Grundsubstanz des Theaters. Ein Konflikt zwischen zwei Menschen. Eine Gefahr, eine Ermittlung. Und die wie immer zu schnell vergehende Zeit.«
 
 








 
 
 
Dienstag, 11.12.2018 | 19.30 Uhr  
Schauspielmiete BLAU
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Mittwoch, 12.12.2018 | 19.30 Uhr  
Schauspielmiete ROT
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