53. Spielzeit | 2019/2020
Kartentelefon:
 (09721) 51 4955
 (09721) 51 0
Theaterkarten online
30-Tage-Vorschau
Kontakt & Anfahrt
Newsletter
Grußwort des Theaterleiters
Christian Federolf-Kreppel
am 15. Februar 2020
Liebe Theater- und Konzertfreunde!

Während die Welt um uns im Wahlkampf-Modus »unterzugehen« scheint und die närrische Zeit diesmal vielleicht ob der Pandemie »Coronavirus« – die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 30. Januar festgestellt, dass es sich beim aktuellen Ausbruch um eine »Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite« (PHEIC) handelt – nicht ganz so ausgelassen daherkommt wie sonst, spielen wir Theater und erreichen auch in unserer 53. Spielzeit das Publikum mit fordernder Qualität und sinnvoller Vielfalt.

Auch das Thema Theatersanierung ist auf nationaler Ebene in aller Munde. In unserer unmittelbaren Nähe müssen sich die Stadthalle Bayreuth (in Zukunft Friedrichsforum), das Landestheater Coburg, das Theater Hof und das Mainfrankentheater Würzburg seit Jahren mit dieser Thematik konkret auseinandersetzen. Auch wir arbeiten – wie bekannt – an den Planungen für die Generalsanierung unseres 1961–1966 erbauten, unter Denkmalschutz stehenden Hauses seit mehr als drei Jahren intensiv.

Alles dreht sich letztendlich um das »liebe Geld« und Meldungen wie am 24. Januar in der FAZ über die anstehenden Sanierungskosten des Schauspiels und der Oper in Frankfurt a.M., die wohl eine Milliarde Euro ausmachen sollen, sind mehr als schwer vermittelbar. Wir bewegen uns da natürlich kostentechnisch in einer ganz anderen Liga und arbeiten mit Hochtouren daran, ein tragfähiges Förderszenario zu erarbeiten, das unser so dringend notwendiges Vorhaben überhaupt erst möglich macht. Die Zusage von Ministerpräsident Söder über eine 75%-Förderung der förderfähigen Ausgaben ist da ein großer Rückhalt, für den wir sehr dankbar sind.

In der Dichte der deutschen Theaterlandschaft zu punkten wird nicht leichter. Unser Gastspielhaus steht vergleichsweise sehr gut da, weil wir auf gewachsene und jahrzehntelang gehegte Theaterstrukturen zurückgreifen können. So wird unser traditionelles, aber auch innovatives Abo-Angebot von rund 6.000 Abonnenten Jahr für Jahr stabil angenommen. Die Leitlinien, einerseits bewusst alle Genres regelmäßig anzubieten und andererseits auf höchstem Niveau Alleinstellungsmerkmale zu präsentieren, sind der Garant des kontinuierlichen Erfolgs. {

Alles das funktioniert nicht ohne verlässliche Partner, mit denen wir seit vielen Jahren kooperieren können! So freuen wir uns im Theaterbereich in diesem Frühjahr u.a. auf Gastspiele des Anhaltischen Theaters Dessau, des Landestheaters Detmold, des Düsseldorfer Schauspielhauses, des Theaters Hof, des Theaters Ulm und nicht zuletzt des Wiener Theaters in der Josefstadt. Diese Partnerschaften sind beileibe keine Selbstverständlichkeit. Sie beruhen auf erarbeitetem Vertrauen und Achtung voreinander. So hat unser Gastspielhaus die Chance zu florieren und immer weiter zu existieren. »Berechnen lässt sich vieles. Aber wie und wo das künstlerische Herz einer Stadt schlägt, entscheiden nicht Politik und Geld allein.« (Hubert Spiegel in FAZ vom 24.1.2020).

Obwohl wir mitten in der 53. Saison stehen, muss der Blick bereits zielgerichtet auf das Angebot für die kommende 54. Spielzeit gehen – das Spielplanbuch für 2020/2021 erscheint am 23. April. Zum nunmehr fünfzehnten Mal freue ich mich sehr, Ihnen das Ergebnis meiner Planungen vorzulegen. Die Abo-Einschreibung beginnt am 27. Juni. Bitte merken Sie sich diese Daten gleich vor und geben Sie sie an Interessenten weiter! Dankeschön! So wünsche ich Ihnen eine spannende und hoffentlich in bester Erinnerung bleibende restliche Saison 2019/2020.

Wie gewohnt eine persönliche Empfehlung von mir am Schluss: das Düsseldorfer Schauspielhaus wurde nun nach umfangreicher Sanierung mit Glanz und Gloria wiedereröffnet. Ich konnte mit dem Intendanten des Hauses Wilfried Schulz für unser Saisonende im Juni Kleists »Der zerbrochne Krug« vereinbaren. Wir haben bereits in seiner Zeit als Direktor des Staatsschauspiels Dresden mehrfach bestens zusammengearbeitet und ich freue mich sehr, dass es nun wieder geklappt hat. Die Inszenierung wird in Düsseldorf regelmäßig gefeiert. »Ein scharfer und wichtiger Debattenbeitrag im zweiten Jahr der ›Me Too‹-Bewegung. (...) Das Außergewöhnliche an diesem Stück ist, dass und wie Kleist den quälenden Prozesstag in eine gemeine Komödie verpackt, deren Komik bis heute verblüffend gut funktioniert.« (Süddeutsche Zeitung, 9.11.2018)

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen verbleibe ich als Ihr

Christian Federolf-Kreppel | Theaterdirektor
15. Februar 2020