53. Spielzeit | 2019/2020
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Grußwort des Theaterleiters
Christian Federolf-Kreppel
am 19. Dezember 2019
Liebe Theater- und Konzertfreunde!

Nach über fünfzig Vorstellungen und fünf Tourneepremieren sind wir »so richtig warm gelaufen« in unserem florierenden Gastspielhaus. Ein herzliches Dankeschön dem hoch engagierten Team des Theaters in der Verwaltung, der Kasse, der Technik und den Garderobendamen im Foyer für den großen Einsatz!!

Auch der 53. Spielplan bietet immer wieder – nicht wegzudenkendes – anspruchsvolles wie forderndes Sprechtheater in spannenden Inszenierungen aus der deutschsprachigen Theaterlandschaft, so auch in den Wochen von Januar bis März. Ich freue mich sehr auf Brigitte Hobmeier, »die heimliche Königin des deutschen Schauspiels« (Die Welt), die den literarisch-musikalischen Abend »Picasso und die Frauen« prägen wird. Hobmeier hat unser Publikum schon oft zu großer Begeisterung hingerissen.

Es gibt endlich ein Wiedersehen mit Peter Bause in der Tourneeproduktion »Die Physiker«. Die düstere – in eine Komödie verpackte – Vision von Friedrich Dürrenmatt aus dem Jahre 1962 hat nichts von ihrer Aktualität verloren.

Das grandiose Deutsche Nationaltheater Weimar zeigt in der Inszenierung des Hausregisseurs Jan Neumann Shakespeares wohl bekanntestes und meist gespieltes Werk »Romeo und Julia«.

Die Münchner Kammerspiele zählen zu den bedeutendsten Theatern unseres Landes und sind seit Jahrzehnten ein fester wie treuer Partner unseres Hauses über alle Intendanzen hinweg. 2019 wurde das Haus in der Kritiker*innen-Umfrage des Fachmagazins »Theater heute« erneut zum Theater des Jahres gekürt. Dies unterstreicht die überregionale Bedeutung des Hauses. Wir zeigen William Shakespeares »König Lear« in der Übersetzung und Bearbeitung von Thomas Melle und Regie von Stefan Pucher. Mit dieser hoch gelobten Inszenierung haben die Münchner Kammerspiele die laufende Spielzeit Ende September eröffnet. Der in München immer ausverkaufte Abend wird auch von der Fachpresse hoch gelobt: »Stefan Pucher (...) erschafft einen rasanten, ungeheuer dichten Abend, an dem das gesamte Ensemble mit Lust bis zur Verausgabung spielt.« (Süddeutsche Zeitung)

Auch mit dem Theater Schloss Maßbach – Unterfränkische Landesbühne arbeiten wir seit vielen Jahren in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Sprechtheater zusammen. Man kann gespannt sein auf die Bearbeitung und Inszenierung von Christian Schidlowsky von Theodors Storms Novelle »Der Schimmelreiter«. Storm erzählt hier von der Unvereinbarkeit von Wissenschaft und Aberglaube, aber auch vom Umgang der Menschen mit der Natur und miteinander.

Das mehrfach ausgezeichnete Metropoltheater München unter der klugen Leitung von Jochen Schölch hat sich in den letzten Jahren mit einem fordernden Spielplan einen Namen gemacht als eine der ersten Schauspiel-Adressen in München. Beim Wiederengagement nach Schweinfurt haben die Münchner ein australisches Erfolgsstück aus dem Jahre 2008 mit im Gepäck. In der Familienchronik »Das Ende des Regens« von Andrew Bovell in der Regie des Intendanten brilliert ein wunderbares Schauspielensemble.

Ein Paradestück für Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen ist die Komödie »Die Tanzstunde« des amerikanischen Autors Mark St. Germain. In der Inszenierung des Intendanten Martin Wölffer für seine Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater Berlin geht es um ein ungleiches Paar, das im Laufe der Handlung zu sich selbst und zum anderen findet.

Fremdsprachige Stücke haben eine lange Tradition in Schweinfurt. Die Zusammenarbeit mit Grantly Marshall und seiner American Drama Group läuft immer bestens ab und die Produktionen werden regelmäßig von einem meist jungen Publikum gefeiert. Dieses Mal widmet sich die ADG in »Mandela« dem großen Kämpfer gegen die Unterdrückung der Schwarzen.

Es ist ein Phänomen unserer Zeit, dass es das Sprechtheater-Angebot beim Publikum in der Regel schwerer hat als musikalische Produktionen. Wir lassen uns im Theater der Stadt Schweinfurt davon nicht beirren und zeigen Jahr für Jahr über zwanzig (!) Schauspiele, von Klassikern hin zu natürlich auch zeitgenössischer und heutiger Dramatik. Ein Haus unseres Zuschnitts darf »Inhalt« nie vernachlässigen. Lassen Sie sich immer wieder darauf ein und treten Sie in den persönlichen Diskurs mit dem Bühnengeschehen. Darum bitte ich Sie: (Selbst-)Forderung muss immer sein!

In der aktuellen Ausgabe der deutschsprachigen »National Geographic«-Hefte gibt es einen hoch spannenden Bericht zum Thema »Stadt der Zukunft – Was unsere Metropolen heute ausmacht und wie wir sie gestalten sollten«. Es freut mich als für die Kultur brennender Mensch zu lesen, dass die Kultur immer eine große Rolle – vielleicht in veränderter Form – spielen wird und muss. »Durch virtuelle und erweiterte Realität können Freizeitgestaltung, Kunst und Unterhaltungsangebot der Stadt weltweit geteilt werden.« Hier greifen die Vorteile der Digitalisierung.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen verbleibe ich als Ihr

Christian Federolf-Kreppel | Theaterdirektor
19. Dezember 2019