51. Spielzeit | 2017/2018
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Vorwort des Theaterleiters Christian Kreppel 2014/2015

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Theater- und Konzertfreunde,

auch wenn ich schon mit fünf Jahren meine erste Oper erlebt habe und fast 25 Jahre aktiv im Theaterberuf stehe, hält mich die Begeisterung am Metier nach wie vor fest in Händen und bestimmt mein alltägliches Leben. Von einer Routine bin ich weit entfernt, denn es ist jedes Mal aufs Neue eine große Herausforderung und eine tief empfundene Freude, einen Spielplan mit hochkarätigen Partnern in der Hoffnung zusammenzustellen, das Publikum neugierig zu machen, zu erreichen, zu beschäftigen und auch zu fordern.

Wie glücklich dürfen wir uns alle im Herzen Europas schätzen, dass wir seit Ende des Zweiten Weltkriegs vor fast siebzig Jahren bis heute die längste Friedenszeit erleben. Es ist selbstverständlich, dass ein reflektiertes Theaterprogramm nicht an so einem Jahrestag vorbeigehen kann und darf. Ich denke natürlich auch an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Die Werke von Karl Kraus (»Die letzten Tage der Menschheit«), Ödön von Horváth (»Jugend ohne Gott«), Hans Fallada (»Jeder stirbt für sich allein«), Siegfried Lenz (»Deutschstunde«), Arthur Miller (»Scherben«), aber auch die Musicals »Cabaret« und »Anatevka« gehören zu diesem Themenkreis, der uns allen klar machen soll, warum »nie wieder Krieg« unverzichtbar zu unserem Wertekanon gehören muss!

In direktem Zusammenhang dazu steht das Spielzeitthema: »Die Kunst zu leben – der Mensch in Extremsituationen«. Besonders im Sprechtheater wird hierzu Stellung genommen und ein weiter zeitlicher Bogen gespannt: Ausgehend von der »Medea« des Euripides über drei Werke Shakespeares (anlässlich des 450. Geburtstages: »Hamlet«, »Richard III.«, »Der Kaufmann von Venedig«), bis hin zu den oben genannten Stücken sowie »Jenseits von Eden« (John Steinbeck) und »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« (Edward Albee). Gegenwartsdramatik nimmt ebenso konkret Stellung: zum Thema Integration/Migration »Verrücktes Blut«, zu Demenz »Der Sommer der lachenden Kühe« und zu Autismus »Supergute Tage...«. Nicht zu vergessen ist das preisgekrönte Jugendstück »Tschick«. Ein Theater unseres Zuschnitts muss alle Generationen ansprechen. Kinder, Jugend und Familien stehen im Fokus aber auch die älteren und alten Menschen in unserer Stadt. Ich bin glücklich, dass wir auf Grund der unvermindert hohen Nachfrage ein drittes Seniorenabonnement ins Leben rufen konnten. Wir freuen uns auf regen Zuspruch.

Unverzichtbare Säulen sind das Musiktheater und die Konzerte. Beide erfreuen sich großer Beliebtheit. Operetten, Musicals und die große Oper – diesmal u.a. wieder aus Meiningen (»I Puritani«), Detmold (»Salome«) und Dessau (»Tosca«). Ein ganz besonderes Bonbon das Festkonzert der Anhaltischen Philharmonie mit Richard Wagners »Ring ohne Worte«. Phantastische symphonische Werke von Anton Bruckner, Claude Debussy, Antonín Dvorák, Maurice Ravel, Jean Sibelius, Franz Schubert, Richard Strauss und Ralph Vaugham-Williams prägen den kommenden Konzertspielplan. Am Pult der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie wird gleich drei Mal Chefdirigent Jonathan Nott stehen. An Solisten sollen die Pianisten Grigory Sokolov, Piotr Anderszweski und David Theodor Schmidt, die Cellisten Mischa Maisky und Alban Gerhardt und die Flötistin Dorothee Oberlinger Erwähnung finden. Ganz andere Farben bringen »Spark«, »Elbtonal Percussion«, »Organ Explosion«, Raquel Tavarez mit ihrem Fado-Abend und das Wiedersehen mit dem »Ukulele Orchestra of Great Britain«. Traditionelle Weihnachtskonzerte sind bei der Fränkischen Weihnacht und den Wiener Sängerknaben zu erwarten. Ganz besonders beschwingt werden wir dieses Silvester mit dem Odeon Tanzorchester aus München den Jahreswechsel »einläuten«.

Ich empfinde es als ein Geschenk, in diesem Theater, in dieser Stadt zu arbeiten. Danken möchte ich wieder einmal allen, die unsere Kulturarbeit tatkräftig unterstützen, angefangen vom Oberbürgermeister, dem Stadtrat, der Verwaltung, der Kulturstiftung Schweinfurt und den Sponsoren. Ein herzliches Dankeschön auch allen, die hier arbeiten und jeder nach seinen Möglichkeiten einen wichtigen Beitrag leisten zum Florieren dieses Betriebes. Danke natürlich auch Ihnen, dem Publikum, für ihren treuen und sehr großen Zuspruch!

Etwas früher als gewohnt wird der Spielplan schon Mitte April erscheinen. Ab Samstag, den 28. Juni läuft die Neueinschreibung für die Abonnements, wobei Sie Änderungswünsche schon davor bei uns vornehmen können. »Wahl-Abos« gibt es ab dem 22. Juli, die »Weihnachts-Abos« ab dem 18. November.

Auf Wiedersehen in Ihrem Theater der Stadt Schweinfurt!

Mit herzlichen Grüßen!
Ihr Christian Kreppel
Theaterleiter