51. Spielzeit | 2017/2018
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Vorwort des Theaterleiters Christian Kreppel 2009/2010

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Theaterfreunde!

In Zeiten wie diesen ist das Theater mehr denn je gefordert. Es bringt den Theatermachern Hoffnung und Zuversicht, dass der erste Mann im deutschen Staat, Bundespräsident Horst Köhler, in seinem Grußwort anlässlich der Verleihung des Theaterpreises “Der Faust” am 29.11.2008 u. a. ausführte: “Die unvergleichliche deutsche Theaterlandschaft ist nicht nur etwas für gute Zeiten. Gerade unruhige, schwere und ungemütliche Zeiten brauchen das Theater. Gerade dann brauchen wir die Zumutungen und die Kritik, aber auch den Zuspruch und den Trost, den es bieten kann.” Qualität, Vielfalt und Profil sind die Maximen, die ich mir bei den Planungen für meinen vierten Spielplan wieder gesetzt habe. Wichtige “Freunde” jeglicher Theaterarbeit sind Neugier und Mut. Ich wünsche mir, dass es mir wieder gelingt, Ihr großes Vertrauen der letzten Jahre, für das ich sehr dankbar bin, zu erhalten. Ich möchte Sie mit auch mutigen Angeboten neugierig machen und für unser Theater interessieren und begeistern. Sie können aus 14 Abo-Ringen und einer Reihe von Freiverkaufsvorstellungen wählen. Das Spielplanbuch soll Ihnen ein Wegweiser durch die Fülle des Angebots sein.

Faszination Konzerte: Große symphonische Werke prägen den Konzertspielplan. Beethovens 1., 6. und 8. Symphonie werden zu hören sein, alle vier Symphonien von Brahms, dann Mahlers “Das Lied von der Erde” und Bruckners 3. Symphonie. Die “Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie” konzertieren diesmal neun Mal, davon am 30. Dezember im Freiverkauf mit einem Operettenkonzert. Dreimal leitet Chefdirigent Jonathan Nott sein Orchester. Musizieren werden außerdem die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, die Staatskapelle Halle, die Lautten Compagney Berlin und Cantus Cölln. Einerseits präsentiere ich die Großen des Fachs, andererseits aber auch die hochbegabte und erfolgreiche Nachwuchsgeneration. Dazu zählen sicher die Pianisten Herbert Schuch und Martin Helmchen wie auch die Cellisten Marie-Elisabeth Hecker und Maximilian Hornung (der 23jährige ist kürzlich 1. Solocellist des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks geworden). Meine besondere Empfehlung an Sie sind die “besonderen Konzerte im Theaterfoyer”: hier gibt es eine spannende Mischung, die u. a. vom klassischen Streichquartett bis zu Klezmer und einem Abend mit Johannes Moser (Cello) und Wolf Wondratschek (Lesung) unter dem Motto “Ich bin aus Rohheit romantisch” reicht. Die Konzerte im Theaterfoyer sind als kammermusikalisches Abo zu buchen. Weitere Höhepunkte: das Weihnachtskonzert des Windsbacher Knabenchors, das Lions-Benefizkonzert, das diesmal mit “Universal World Music Jazz” jazzige Töne ins Haus bringt und das Jugendkonzert des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau in Zusammenarbeit mit dem Walter-Rathenau-Gymnasium & Realschule. Ein Tipp: werfen Sie einen Blick auf unser Komponisten- und Musikverzeichnis (S.10-12). Vielleicht finden Sie auch hier Ihren Lieblingskomponisten wieder.

Faszination Sprechtheater: Unsere heutige Zeit braucht “Helden - Antihelden - Überlebenskünstler”. Und das soll auch das Motto der Saison 2009/2010 in vielen Varianten sein. So kommt das Theater seiner Aufgabe nach, Ihnen Bilder und Stoffe zu bieten, die Ihnen im Heute helfen können, das Leben vielleicht ein wenig anders zu sehen als bisher. Es bleibt mir ein Anliegen, über die Spielzeiten hinweg Autorenrezeption zu betreiben. Das ist mit Büchner - nach “Leonce und Lena” und “Dantons Tod” - jetzt “Woyzeck” und Horváth - nach “Es geht immer besser...”, “Glaube, Liebe, Hoffnung” - jetzt “Geschichten aus dem Wiener Wald” gelungen. Des 250. Geburtstags von Friedrich Schiller gedenken wir nach “Kabale und Liebe” (im Frühjahr 2009) mit dem “Wilhelm Tell” in einer Aufführung des Theaters Meiningen, bei der die berühmten Meininger Prospekte verwendet werden. Der fabelhafte Michael Quast bietet in “Schiller - Verrat, Verrat und hinten scheint die Sonne” seine Version des “Tells” an. “Keine Angst vor Klassikern!” rufe ich Ihnen zu, denn ich bemühe mich immer, heutige und schlüssige Inszenierungen zu finden. Das wünsche ich mir auch vom “Egmont” (Theater Meiningen), der übrigens in der Schillerschen Fassung unter der Mitwirkung der Landeskapelle Eisenach aufgeführt wird. Apropos heutig: sehen Sie sich unbedingt “Hiob” (Münchner Kammerspiele nach Joseph Roth) an! Und die “Schachnovelle” (Euro-Studio Landgraf nach Stephan Zweig). Fantastische und packende Theaterabende!

Es gibt die Meinung, es gäbe keine guten aktuellen Theaterstücke mehr. Ich widerspreche dem mit einer Reihe von Aufführungen, die unsere Zeit widerspiegeln und kritisch abzubilden versuchen. Dazu zählt “Das Leben der Anderen” (nach dem Oscar prämierten Kinofilm, dramatisiert von Albert Ostermaier), mit dem wir am 9.11.2009 dem Jubiläum “20 Jahre Mauerfall” gedenken wollen ebenso, wie Schenkels dramatisierter Krimibestseller “Tannöd”, Wrights “Ich mach ja doch, was ich will” (mit Dominque Horwitz), Albees “Die Ziege oder Wer ist Sylvia?” (mit August Zirner), LaBute's “Fettes Schwein” (mit Martin Lindow) und die beiden Schmitts “Oscar oder Die Dame in Rosa” (mit Doris Kunstmann) und “Monsieur Ibrahim et les Fleurs du Coran” (in französischer Originalsprache, Premiere in Schweinfurt).

Faszination Musiktheater: Manchmal gelingt es einem Theaterleiter, dessen Wurzeln bei der Oper liegen, sich Herzenswünsche zu erfüllen. Mit dem Opernarienabend von Michael Volle und Gabriela Scherer (beide Bayerische Staatsoper München) und mit der Operngala des Anhaltischen Theaters Dessau (Schwerpunkt Richard Wagner) scheint das gelungen. Michael Volles Auftritte werden vom Publikum und der Presse euphorisch gefeiert. Die Zusammenarbeit mit “Dessau” geht trotz des dortigen Intendantenwechsels weiter, was nicht selbstverständlich ist. Der neue Dessauer Generalintendant André Bücker zeichnet beim Händel-Schwerpunkt (anlässlich des 250. Todestages) für die Regie verantwortlich. Das Goethe-Theater Bad Lauchstädt präsentiert in einer Ko-Produktion den “Xerxes”. Die musikalische Leitung hat Wolfgang Katschner, der seine Lautten Compagney dirigiert. Die Besetzung ist hochkarätig, so singt Hagen Matzeit die Titelrolle. “Xerxes” ist zum ersten Mal in Schweinfurt zu erleben wie auch Lortzings “Wildschütz”. Die Hauptrolle des Baculus übernimmt hier Thomas Mehnert vom Staatstheater Darmstadt. Keine Saison ohne Verdi! Dem Motto bleibe ich auch diesmal treu. Die bestens eingeführte Staatsoper “Elena Teodorini” aus Craiova präsentiert “Aida”. Regie führt hier, wie schon beim “Wildschütz”, der Ungar Tamas Ferkay. Aida verkörpert die Mexikanerin Bertha Granados, die auf eine internationale Karriere zurückblicken kann.

Die Operettenfreunde habe ich nicht vergessen! “Der Zigeunerbaron” bringt nach vielen Jahren wieder einmal eine Zusammenarbeit mit dem Theater Hof. Weiters gibt es “Wiener Blut”, “Im weißen Rössl” und die Gala “An der schönen blauen Donau”. Der langjährige Intendant des Berliner Theater des Westens Helmut Baumann inszeniert den Berliner Musicalerfolg “Das Apartment” (Neil Simon, Burt Bacharach). Tourneepremiere ist in Schweinfurt. Lieben Sie die unvergessliche Musik von Nat King Cole und Frank Sinatra? Dann sehen sie sich den Dezemberspielplan an.

Faszination Tanz: Auch diesmal ist es gelungen, Tanzensembles zu verpflichten, die Ihr Schweinfurt-Debüt mit aktuellen Choreographien geben: Black Grace stammt aus Auckland, die Cedar Lake Dance Company aus New York, Compañia Nacional de Danza 2 aus Madrid. Dazu kommen das Houston Ballet 2 und Danceworks Chicago. Natürlich wird es auch an anderer Stelle Tanz geben. So gibt es ein Wiedersehen mit dem St. Petersburger Ballett-Theater Boris Eifman (Don Quixote) und dem Salzburg Ballett Peter Breuer (Carmen). Freunde des klassischen Handlungsballetts dürfen sich auf den “Korsar” (Adolphe Adam) und “Die Schneekönigin” (Grieg/Sibelius) freuen. Im Angebot sind auch wieder Tanzworkshops.

Unser Theater kann in dieser florierenden breiten Form nur existieren, wenn Sie, liebes Publikum, neugierig bleiben und uns - trotz der behutsamen Preiserhöhung - weiterhin Ihr Interesse und Ihre Treue schenken. Darum bitte ich Sie ganz herzlich! Unsere Abo-Angebote und auch die Sonderaktionen Wahl- und Weihnachts-Abo bieten Ihnen viele nicht nur finanzielle Vorteile (siehe S.117). Die Abo-Einschreibung beginnt am Sa, den 4. Juli. Ich danke allen Verantwortlichen der Stadt, die geschlossen hinter uns stehen, dem Kooperationspartner Deutsche Bahn und den Sponsoren, die auch in diesem Jahr das Spielplanbuch unterstützen. Nicht zu vergessen das überaus große Engagement des Theaterteams. Einen herzlichen Gruß an dieser Stelle an den neuen Nachbarn! Die Kunsthalle öffnet im Frühjahr ihre Pforten im ehemaligen Ernst-Sachs-Bad. Ich wünsche Herrn Dr. Erich Schneider und seinem Team alles Gute und viel Erfolg!

Mit den besten Wünschen aus der Kulturstadt Schweinfurt!

Christian Kreppel
Theaterleiter